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Was kostet ein KI-Chatbot wirklich? Unsere eigenen Zahlen

Marc Wagner5. Oktober 20263 Min. lesen
TL;DR

Die reine Rechenzeit einer KI-Antwort kostet uns rund ein Hundertstel Cent. Teuer wird ein KI-Chatbot nicht durch die Tokens, sondern durch das Preismodell: Preis je Lösung, Sitzplätze, Kontingente. Hier sind unsere Zahlen und die Rechnung dahinter.

Was eine Antwort technisch kostet

Sprachmodelle rechnen in Tokens — Wortstücken. Bezahlt wird je Million Tokens, getrennt nach Eingabe (Frage, Gesprächsverlauf, Auszüge aus der Wissensdatenbank) und Ausgabe (die Antwort).

Standardmodell bei SilentChat ist Mistral Small 24B im AI Model Hub von IONOS in Deutschland; andere KI-Anbieter, etwa aus den USA, sind gesperrt. Laut IONOS-Preisliste kostet das Modell 0,11 US-Dollar je Million Eingabe-Tokens und 0,33 US-Dollar je Million Ausgabe-Tokens. Die Vektoren für die Suche in der Wissensdatenbank berechnet bge-m3 für 0,02 US-Dollar je Million Tokens.

Unsere Messung

Am 14. September 2026 wies unsere Kostenübersicht für Mistral Small 737 KI-Aufrufe mit zusammen 417.000 Tokens aus — im Schnitt knapp 570 Tokens je Aufruf. Das ergibt rund 7 US-Cent, also etwa ein Hundertstel Cent je Aufruf. Die IONOS-Konsole wies für den Monat bis dahin 0,13 Euro aus.

Das sind Messwerte aus einem jungen Betrieb mit wenigen Mandanten. Längere Gespräche und größere Wissensdatenbanken bedeuten mehr Eingabe-Tokens je Antwort und damit höhere Kosten je Gespräch.

Ein Rundungsfehler, der hundertmal zu teuer rechnete

Unsere eigene Kostenanzeige zeigte für dieselben 737 Aufrufe zunächst 7,37 US-Dollar. Die Ursache: Jeder Aufruf wurde auf einen vollen Cent aufgerundet. Bei Beträgen von einem Hundertstel Cent ist das ein Faktor hundert — und weil unsere Kostendeckel diese Beträge summierten, hätten Kunden die KI-Pause viel zu früh erreicht.

Seitdem rechnen wir in Millionstel Cent und tragen Reste je Mandant weiter. Für die Deckel buchen wir mit einem Sicherheitsaufschlag von höchstens dem Zwanzigfachen — lieber zu vorsichtig als eine offene Rechnung.

Warum KI-Chatbots trotzdem nicht fast nichts kosten

  • Preis je Lösung: Intercom berechnet für seinen KI-Agenten Fin 0,99 US-Dollar je „outcome“ — etwa wenn ein Kunde bestätigt, dass sein Anliegen gelöst ist, oder nach Fins Antwort keine weitere Hilfe verlangt oder Fin einen Ablauf („Procedure“) abschließt — Übergaben an einen Menschen eingeschlossen. Berechnet wird höchstens einmal je Gespräch. Das ist ein Preis für das Ergebnis, nicht für die Rechenzeit.
  • Betrieb und Schutz: Hosting, Überwachung, Support und Schutz vor Missbrauch kosten mehr als die Tokens. Eine KI, die in einer Schleife antwortet oder von Bots angesprochen wird, braucht Grenzen.
  • Größere Modelle: Wer Spitzenmodelle einsetzt, zahlt je Token ein Vielfaches.

Wie wir es bepreisen

Unsere Tarife enthalten KI-Gespräche als Kontingent: 50 im Monat bei Starter (19 €), 300 bei Growth (49 €), 1.000 bei Professional (129 €) und 3.000 bei Enterprise (349 €) — Monatspreise zzgl. USt., bei jährlicher Zahlung rund 20 % günstiger (Stand: Oktober 2026). Weil ein Gespräch beliebig lang werden kann, ist die KI-Nutzung im Monat zusätzlich begrenzt (Fair Use). Ist das Kontingent oder diese Grenze erreicht, pausiert der Bot bis zum Monatsende; Ihr Team übernimmt die Gespräche, Live-Chat und alle übrigen Funktionen laufen weiter. Dazu kommen ein Kostendeckel je Mandant und ein Notaus für die gesamte KI. Der kostenlose Tarif enthält keine KI.

Worauf Sie beim Vergleich achten sollten

  1. Was wird gezählt — Antworten, Gespräche oder Lösungen? Und was gilt als „gelöst“?
  2. Gibt es eine Obergrenze, oder wächst die Rechnung mit jedem Besucher?
  3. Welches Modell läuft, und wo? Wird mit Ihren Daten trainiert?
  4. Kann ein Mensch jederzeit übernehmen?

Unsere Tarife im Detail: silentchat.de/pricing. Wie die Suchvektoren entstehen und was sie kosten, steht in RAG-Embeddings: die unsichtbaren Kosten.

Quellen

kikostenchatbotionostokens

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